Über Uns

Diese Blog-Initiative zur Wiederbelebung von Hochmooren starten die Moorkundler Günther (81), der „Moorkieker“ aus der Altmark, und Georg (69), Diplom-Biologe und Biobauer im Kehdinger Moor, die Sie in kurzen Portraits am Ende unseres Willkommens-Beitrags noch etwas näher kennenlernen können.

Karin B. (52) schrieb uns diesen freundlichen Einstieg als einen Beleg dafür, dass auch naturkundliche Laien aus der moor- und wasserarmen Altmark dem Moor und seinen Fans äußerst positive Seiten abgewinnen können.

Das gilt um so mehr für „EineHochmoorBloggerin“ Lena (39), die das werdende Blog-Werk vom Taunushang aus fernsteuert und unsere Kommunikation zwischen Niederelbe und Altmark unermüdlich durch die „Cloud“ dirigiert.

Die Motivation hinter dem Hochmoor Blog

Günther Sönnichsen beobachtet nun auf einer vor 20 Jahren abgetorften Fläche die Wiederkehr hochmoorbildender Torfmoose – eine Beobachtung, die unter Fachleuten Aufsehen erregt.

Jahrzehntelange Forderungen von Naturschutzorganisationen nach Beendigung von Torfabbau haben im öffentlichen Verständnis und in der Politik Torfabbau gleichgesetzt mit Zerstörung von Mooren. In dieser Darstellung wird nicht deutlich, dass es in Deutschland bereits seit Jahrzehnten keine intakten Hochmoore mehr gibt: intensive Landwirtschaft und damit der Eintrag von Nährstoffen haben die empfindlichen Hochmoore weitgehend zerstört. Flächen, die heute abgetorft werden, waren bereits keine lebendigen Hochmoore mehr. Ebenso ist wenig bekannt, dass die Torfvorkommen unter landwirtschaftlich bewirtschafteten Flächen auch abgebaut/“abgetorft“ werden, wenn auch langsamer. Der im Torfkörper gebundene Kohlenstoff wird dabei freigesetzt als klimawirksames CO2.

In diesem Blog stellt Günther Sönnichsen zunächst die besonderen Bedingungen der von ihm beobachteten Fläche dar: die Lage an einer Wasserscheide, die Terrassierung des Geländes nach der Abtorfung, die Entstehung von Hanglagen. Dies alles bezieht sich auf den Wasserhaushalt des Geländes: nährstoffreiches Wasser wird ausgetragen, das Gelände trocknet jedoch durch den ausreichenden Wasserstand umliegender Stücke nicht aus.

Der Blog berichtet in vielen Einzelbeobachtungen von dem Prozess, dass sich innerhalb von nur zwei Jahrzehnten hochmooranzeigende Pflanzengesellschaften auf einer abgetorften Fläche wieder ansiedeln.

Dies ermutigt Günther Sönnichsen zu der Forderung, landwirtschaftliche genutzte Flächen auf ehemaligen Moorarealen wieder umzuwidmen, nach Abnahme der Humusschicht abzutorfen und auf der abgetorften Fläche die Chance zur Moor-Renaturierung in unseren Regionen zu geben. Dabei ist die Wiedervernässung so zu handhaben, dass Moorwachstum reaktiviert wird.

Das Paradigma keine weitere Abtorfung führt zum Rückgang von Abtorfgenehmigungen in Deutschland. Kleinere Anbieter von Torfprodukten suchen daraufhin nach Torfersatzstoffen in kleinen Prozentsätzen. Bei großen Betrieben jedoch führen die eingeschränkten Abtorfmöglichkeiten zur Abwanderung nach Estland, in die Ukraine und weitere Länder, in denen andere Gesetzgebungen gelten. Dort erfolgt das Abtorfen wertvoller, tatsächlich noch lebendiger Hochmoore. Eine schlimme Folge des umweltpolitischen Missverständnisses von Moor hierzulande.